Drehmomentkalibrierung – Drehmomentschlüssel & Prüfgeräte
Kalibrierung nach DIN EN ISO 6789 mit 5 Vorlastzyklen und definierten Messpunkten. Messbereiche von 2 bis 1.000 Nm.
Kalibrierung anfragenDrehmomentkalibrierung aus eigenem Labor
Wer Drehmomentschlüssel kalibrieren lassen möchte, sorgt für sichere und normgerechte Verschraubungen in Produktion, Instandhaltung und Qualitätssicherung. Ein falsch eingestellter oder verschlissener Drehmomentschlüssel kann zu Unter- oder Überanzug führen – mit Folgen von gelösten Schraubverbindungen bis hin zu Materialschäden. Die regelmäßige Kalibrierung nach DIN EN ISO 6789 stellt sicher, dass Ihre Werkzeuge innerhalb der zulässigen Abweichungsgrenzen arbeiten.
In unserem Kalibrierlabor in Nordhorn prüfen wir Drehmomentschlüssel, Drehmomentschrauber und Drehmomentprüfgeräte nach dem genormten Verfahren mit Vorlastzyklen und definierten Messpunkten. Die DIN EN ISO 6789 empfiehlt eine Kalibrierung alle 12 Monate oder nach 5.000 Betätigungen. Informationen zu den empfohlenen Kalibrierintervallen und den Kalibrierkosten finden Sie auf unseren Ratgeber-Seiten.
Kalibrierbare Drehmomentwerkzeuge
Gerätetypen, Normen und Preise auf einen Blick
Drehmomentschlüssel (rechtsauslösend)
Klick-Drehmomentschlüssel, Knick-Schlüssel, einstellbare und voreingestellte Drehmomentschlüssel
Rechtsauslösend, 5 Prüfpunkte bei 20/60/100 % des Messbereichs. Messbereiche von 2 bis 1.000 Nm. Feinmoment-Schlüssel (≤ 5 Nm) ab 32,56 €.
Drehmomentschlüssel (rechts- u. linksauslösend)
Bidirektionale Schlüssel für Montage und Demontage, Schlüssel mit Umschaltknarre
Prüfung in beide Drehrichtungen. 5 Prüfpunkte je Richtung = 10 Messpunkte gesamt. Messbereiche bis 1.000 Nm.
Elektronische Drehmomentschlüssel
Digitale Drehmomentschlüssel mit Display, Drehmomentschlüssel mit Datenlogger, Funkschlüssel
Elektronische Auslösung mit digitaler Anzeige. Höhere Genauigkeit als mechanische Schlüssel. Messbereiche von 5 bis 1.000 Nm.
Drehmomentprüfgeräte (rechtsauslösend)
Drehmoment-Prüfstände, Referenz-Messaufnehmer, Drehmomentmesszellen
Prüfung der Kalibriereinrichtung selbst. Rückverfolgbarkeit auf nationale Normale. Messbereiche bis 1.000 Nm.
Drehmomentprüfgeräte (bidirektional)
Bidirektionale Prüfstände, Referenzmesseinrichtungen für Rechts- und Linksanzug
Prüfung in beiden Drehrichtungen. Für Kalibrierlabore und Qualitätssicherung. Messbereiche bis 1.000 Nm.
Drehmomentschrauber
Elektrische Drehmomentschrauber, pneumatische Schrauber, Akkuschrauber mit Drehmomentbegrenzung
Kalibrierung nach Herstellervorgaben. Dokumentierte Sollwertprüfung an definierten Messpunkten.
Ihr Drehmomentwerkzeug nicht dabei? Neben den hier aufgeführten Gerätetypen kalibrieren wir auch Drehmomentmultiplikatoren, Drehwinkelmessgeräte und Sonderwerkzeuge. Alle Geräte und Preise nachschlagen →
So läuft eine Drehmomentkalibrierung ab
Von der Sichtprüfung bis zum Kalibrierschein – vier Schritte im Überblick
Sichtprüfung & Identifikation
Jeder Drehmomentschlüssel wird bei Wareneingang auf äußere Beschädigungen, Korrosion und mechanische Funktion geprüft. Typenschild, Nennmoment und Seriennummer werden dokumentiert.
Konditionierung (Vorlast)
Vor der eigentlichen Messung werden 5 Vorlastzyklen auf Nennmoment durchgeführt. Dies dient der thermischen Stabilisierung und stellt sicher, dass der Schlüssel unter realistischen Bedingungen geprüft wird.
Prüfung in definierten Messpunkten
5 Messpunkte bei 20, 60 und 100 % des Messbereichsendwerts – an jedem Punkt werden 5 Messwerte aufgenommen. Aus den Ergebnissen werden Abweichung und Wiederholpräzision berechnet.
Dokumentation & Kalibrierschein
Alle Messwerte, Abweichungen und die berechnete Messunsicherheit werden dokumentiert. Sie erhalten einen rückverfolgbaren Kalibrierschein mit Angabe der Referenznormale und Umgebungsbedingungen.
Normen und Prüfungsrichtlinien
Unsere Drehmomentkalibrierungen basieren auf anerkannten nationalen und internationalen Normen:
DIN EN ISO 6789 (Teil 1 + 2)
Die zentrale Norm für Drehmoment-Schraubwerkzeuge. Teil 1 definiert Anforderungen und Prüfverfahren für handbetätigte Drehmomentwerkzeuge, Teil 2 beschreibt die Kalibrierung. Unterscheidet Typ I (anzeigend) und Typ II (auslösend) sowie die Genauigkeitsklassen A bis E.
VDI/VDE 2645 Blatt 2
Richtlinie für die rückverfolgbare Kalibrierung von Drehmoment-Messeinrichtungen. Beschreibt Messverfahren, Anforderungen an Referenznormale und die Berechnung der Messunsicherheit bei statischer Drehmomentmessung.
DIN 51309
Norm für die Kalibrierung von Drehmoment-Messgeräten. Definiert statische Kalibrierverfahren für Drehmomentaufnehmer und Referenzmesseinrichtungen. Ergänzt DIN EN ISO 6789 um Anforderungen an höherwertige Kalibriereinrichtungen.
Häufige Fragen zur Drehmomentkalibrierung
Wie oft muss ein Drehmomentschlüssel kalibriert werden?
Die DIN EN ISO 6789 empfiehlt eine Kalibrierung alle 12 Monate oder nach 5.000 Betätigungen – je nachdem, was zuerst eintritt. Bei sicherheitskritischen Verschraubungen (Automotive, Luftfahrt, Medizintechnik) können kürzere Intervalle sinnvoll sein. Ausführliche Empfehlungen finden Sie in unserem Ratgeber zu Kalibrierintervallen.
Was wird bei einer Drehmomentschlüssel-Kalibrierung geprüft?
Nach 5 Vorlastzyklen auf Nennmoment werden 5 Messpunkte bei 20, 60 und 100 % des Messbereichsendwerts geprüft. An jedem Punkt werden 5 Messwerte aufgenommen. Aus den Ergebnissen werden die Abweichung vom Sollwert, die Wiederholpräzision und die Messunsicherheit berechnet – alles dokumentiert im Kalibrierschein.
Was kostet eine Drehmomentschlüssel-Kalibrierung?
Die Kosten hängen vom Schlüsseltyp und Messbereich ab. Rechtsauslösende Drehmomentschlüssel starten ab 24,76 € netto, bidirektionale ab 32,56 €, elektronische ab 52,12 €. Drehmomentprüfgeräte kosten ab 110,74 € (rechts) bis 280,15 € (bidirektional). Der Mindestauftragswert beträgt 40 € netto. Eine vollständige Preisübersicht finden Sie auf unserer Kalibrierkosten-Seite.
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